Was ist Girl to Guerilla?

Girl to Guerilla ist ein seit 2011 in Berlin ansässiges, deutsch-belgisches Theaterkollektiv. Neben eigenen Bühnenstücken der Mitglieder entstehen immer wieder gemeinsame Performanceprojekte im Kollektiv.

Ein wesentliches Moment der kollektiven Performanceprojekte von Girl to Guerilla ist das Experiment, das Arbeitsprozesse und Bühnenformen gleichermaßen auf ihre Möglichkeiten befragt, sie auslotet, sie abtastet, sie erschöpft, sie ausdehnt, sie überschreitet.

So ist das Politische des kollektiven Arbeitens für Girl to Guerilla bei gemeinsamen Projekten nicht nur ein performativer Zustand, sondern durchdringt unerlässlich bereits die Produktionsprozesse. Das Kollektive ist dabei für Girl to Guerilla nicht nur ein Moment des Politischen selbst, sondern schafft auch Bedingungen der Öffnung auf ein Politisches hin, indem es das jeweilige Material abtastet und Formate findet.

Kollektive Projekte von Girl to Guerilla beginnen gewöhnlich mit der Einzelrecherche der Mitglieder, der Sammlung von Material, das in einem kollektiven Prozess zusammengetragen, geschichtet und verschränkt wird, um am Schluss in einem performativen Exzess aufzugehen, zu kollidieren und sich aus einer Fülle an Material zu erschöpfen. Diese polyphone Arbeitsweise des Kollektivs, in der die Einzelmitglieder sich erschöpfen und gleichsam an den Prozessen teilhaben, in denen Regie und Dramaturgie zumeist dem gesamten Kollektiv überantwortet sind, eröffnet und bedingt die Modi der Performance.

Das experimentelle Forschen bedeutet für Girl to Guerilla immer auch ein Forschen an Publikum, an sich selbst und an Strukturen der Gemeinschaft. Es ist ein Forschen, das das Material von mehreren Perspektiven beleuchtet und zu einem Grad in ein Ungewisses des Ausgangs stürzt, indem es sich dem Zufall und der Auswahl übergibt. Dabei ist auch das Kollektive selbst immer wieder Prozessen der Aushandlung und Neuverhandlung unterworfen, die sowohl performativ als auch prozessual stattfinden. Das Politische bedeutet ganz immanent auch immer die Aushandlung im Kollektiv.

In den vergangenen Jahren hat Girl to Guerilla unterschiedliche Formate wie den Reisparteitag, GlobexX oder die Paulsens für kollektive Projekte entwickelt, denen ein spezifisches Moment der Intensität eigen ist.

All diesen kollektiven Performanceformaten, die sich durch ein Spiel mit Immersion und Emersion auszeichnen, geht es auch immer um ein Erzeugen von Ununterscheidbarkeitsmomenten, die sich wiederholend in einem Erschöpfen von Dauer, Rollenintensität, dem Ausloten von Medialität und Bühnenraum sowie Momenten der Überforderung und der Schichtung bezeugen.

Genres, in denen wir bereits gearbeitet haben:

Emersives Theater, Immersives Theater, Diskurstheater, Klassikerneubearbeitungen, Performatives Theater, Performances, Lectures, Lesungen, Hörspiele, Internetserien,  Game Pieces, Ritualtheater, Konzerte, Festivals, …

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